Futter und Fütterung


Dieses Thema ist sehr umfangreich, denn viele Fragen stellen sich, wenn man doch nur das Beste für sein neues Familienmitglied will. Was, wie viel, wann und wie soll gefüttert werden!?

 

Welches Hundefutter ist geeignet für die Welpenaufzucht

Am Besten ist, Sie fragen Ihren Züchter, welches Futter den Welpen gefüttert wurde, damit Sie Futter von dem selben Hersteller besorgen können. Bei so jungen Hunden ist ein Markenwechsel meist mit Durchfall verbunden. Die meisten Züchter füttern Trockenfutter! Das kann ich Ihnen auch nur empfehlen, denn man kann es gut portionieren und auch gegebenenfalls mitnehmen, wenn man zur Fütterungszeit nicht zu Hause ist.

Der Labrador zählt zu den großen Rassen und er wird auch relativ schwer. Da man bei der Aufzucht schon einigen Erkrankungen vorbeugen kann, ist es ratsam, nur kurze Zeit Juniorfutter (Large Breed – für große Rassen) zu füttern und mit einem Erwachsenenfutter (für Hunde mit normaler Aktivität) zu beginnen! Vor allem, wenn man das Gefühl hat, der Welpe wächst zu schnell! Es ist sinnvoll, wenn man Juniorfutter und Erwachsenenfutter eine gute Zeit lang 50:50 füttert und das Juniorfutter schön langsam ausgehen lässt. Im Normalfall reichen ein bis zwei 7,5kg Säcke Juniorfutter (large breed) aus und danach wird das Erwachsenenfutter für Hunde mit normaler Aktivität weiter gefüttert.

Es kommt häufig vor, dass das Juniorfutter den Welpen sehr rasch wachsen lässt (ist von Hund zu Hund verschieden), hier sollte man ganz rasch auf Erwachsenenfutter umstellen!

Um hier das richtige Futter zu besorgen ist es wichtig, dass Sie Futter für Hunde mit normaler Aktivität kaufen! Kein Hochleistungsfutter, Sensitiv und dergleichen.

Die Futtermittelindustrie sorgt ständig für neue Fütterungsmethoden, jedoch ist der finanzielle Aspekt bei der "Erfindung" neuer Richtungen ein sehr wesentlicher! Sie brauchen keine Angst zu haben, dass Ihr Hund zu klein geraten wird! Die effektive Größe bestimmt nicht das Futter, sondern die Gene! Ihr Hund wird langsam aber GESUND heranwachsen und Sie ersparen sich eventuell sehr teure Operationen und Behandlungen!

 

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe sollte man genauestens studieren, denn viele herkömmliche Futtermittelhersteller reichern das Futter mit viel Getreide an, das vom Hund nicht wirklich benötigt wird. Steht bei der Zusammenstellung schon Mais oder Getreide an erster Stelle, Hände weg von diesem Futter.

 

Zufüttern

Natürlich kann man auch etwas Topfen, ein paar Löffel Dosenfutter, Nudeln, Joghurt oder Reis zum Trockenfutter mischen. Obst (Banane, Apfel, Birne) und Gemüse (Karotten, Gurke) kann man natürlich auch zufüttern! Geben Sie jedoch nicht täglich Milchprodukte zum Futter, der Kalziumhaushalt wird sonst empfindlich gestört. Auch ist es nicht notwendig, jeden Tag Nudeln oder Reis beizumengen. Ein Welpe soll alles einmal gefressen haben, um sich daran zu gewöhnen. Seien Sie aber eher sparsam mit dem Beimengen von hochwertigen Nährstoffen – damit keine Mangelerscheinungen oder aber auch Überversorgungen von diversen Nährstoffen entstehen!

 

Rohfutter

Der Trend geht weg vom Fertigfutter, hin zum Rohfutter. Ich füttere meine Hunde teilroh und kann dies auch jedem empfehlen. Auch anfängliche Bedenken verschwinden, wenn man sich mit dem Thema Rohfüttern ein wenig auseinandersetzt. Dies hier alles festzuhalten würde den Rahmen sprengen. Gute Informationen bekommt man bei Elli Winter.

 

Füttern Sie Ihren Hund bitte nicht dick!

Die Rippen soll man immer spüren, aber nicht sehen!

Es gibt im Prinzip keine Futtertabelle oder Gewichtstabelle (zB wie viel soll der Welpe mit 4 Monaten wiegen usw). Jeder Hund ist verschieden und deshalb ist die Fütterung Gefühlssache! Welpen reagieren relativ schnell auf zu viel oder zu wenig Futter! Merkt man, dass der Kleine zu pummelig wird, einfach etwas weniger füttern, in ein paar Tagen hat er den Speck wieder herunten!

 

Futterumstellung- aber wie?

Stellen Sie ihren Welpen nicht abrupt auf ein neues Futtermittel um. Das alte Futtermittel sollte langsam ausgehen und durch das Neue ersetzt werden. Achten Sie dabei genau darauf, dass Sie den Welpen nicht "überfüttern".

Bei der Fütterung sollten Sie noch folgende Dinge beachten:

  • Die Futtermenge ist abhängig vom Temperament und der Aktivität des Welpen, er sollte immer einen wohlgeformten Welpenbauch haben. Nicht dick - Rippen soll man spüren, aber nicht sehen!
  • Stören Sie ihren Welpen nicht beim Fressen.
  • Fressen und Trinken sollte an einem ungestörten Ort bereitgestellt werden.
  • Füttern Sie ihren Welpen mehrmals täglich zu bestimmten Zeiten (immer frisches Wasser).
  • Stellen Sie den Welpen wöchentlich auf die Waage. Dadurch kann man genau erkennen, ob der Welpe zu- oder abnimmt.

 

Wie oft soll man einen Welpen, Junghund, erwachsenen Hund füttern

bis zur 10. Lebenswoche - 4mal täglich zu fixen Zeiten

10. Woche bis zum 6. Lebensmonat - 3mal täglich zu fixen Zeiten

ab dem 6. Lebensmonat nur noch 2mal täglich zu fixen Zeiten

 

Unarten erst gar nicht aufkommen lassen

Wenn Sie Ihren Welpen füttern, wird dieser höchstwahrscheinlich sofort auf die Futterschüssel stürmen und seine Portion so rasch wie möglich hinunterschlingen! Sie sollten Ihrem Welpen gleich von Anfang an diese Unart abgewöhnen. Er soll sein Futter erst nehmen, wenn Sie es ihm erlauben (Sie sind der Rudelführer und bestimmen so gut wie alles!)

  • Geben Sie das Futter in die Schüssel und halten Sie den Welpen noch fern von der Schüssel. Setzen Sie sich hinter den Welpen auf den Boden und halten Sie in mit beiden Händen fest (ca. einen halben Meter von der Schüssel entfernt) und sagen Sie mit ruhiger Stimme "sitz und bleib". Warten Sie so lange bis der Welpe nicht mehr in die Hand drückt und geben Sie dann das Kommando "frei"! Sie können natürlich auch ein anderes Kommando verwenden, es sollte aber dann immer das gleiche sein. Es wird nicht lange dauern und der Welpe wird merken, dass er sein Futter bekommt wenn er nicht drängelt!
  • Sollte das in Punkt 1 beschriebene schon klappen geht's zu Punkt 2. Futter in die Schüssel geben und auf den Fressplatz stellen. Den Welpen in Sitzposition ca. einen halben Meter von der Futterschüssel warten lassen, damit er nicht voreilig hinstürzt, stellen Sie sich neben den Welpen und halten Sie ihn nur mehr mit einer Hand und wieder mit ruhiger Stimme die Kommandos "sitz und bleib"! Warten Sie bis der Hund nicht mehr in die Hand drückt und Sie Augenkontakt mit dem Welpen haben! Dann erst geben Sie das Kommando "frei" (oder Ihr gewähltes Kommando)!
  • 3.) Wenn Punkt 2 auch schon klappt (sollte nach ca. 1 Woche der Fall sein), lassen Sie den Abstand zwischen Hand und Welpe immer größer werden. Bis Sie irgendwann, dann gar keine Hand mehr brauchen sondern nur Ihre Anwesenheit schon genügt, dass der Hund vor der Schüssel wartet! Vergessen Sie nicht, dass Sie der Welpe kurz anschauen muss bevor Sie ihn mit "frei" (oder Ihr gewähltes Kommando) fressen lassen!

Sie werden sehr bald merken, dass der Welpe immer auf sein Kommando wartet bis er zu seinem Futter geht. Diese Übung ist eine Verfestigung der Rangordnung, denn die Schwächsten fressen dann, wenn's der Stärkste erlaubt. Außerdem wird sich Ihr Welpe überlegen ob er etwas von der Strasse aufnimmt!

 

Leckerli

Wenn Sie dem Hund (gilt für jedes Alter) Leckerlis (Kauknochen, Schweinsohren oder sonstiges) geben, sagen Sie ebenfalls ein Kommando dazu! Und der Hund darf das Leckerli erst dann nehmen wenn er dieses Kommando hört (zB "nimm" oder "frei"). Mit diesen Übungen kann man dem Welpen beibringen von fremden Personen nichts zu nehmen! Was mit unter nicht ungefährlich ist, da es viele verrückte Menschen gibt (Giftköder) und man nie weiss, ob das Futter tatsächlich für den Hund geeignet ist! Es ist auch ratsam, dem Hund immer selbst die Leckerlis zu geben um die Menge unter Kontrolle zu haben, da die meisten Hunde verfressen sind und das Gewicht darunter leidet! Dicke Hunde sind kranke Hunde!

 

Futter beim erwachsenen Hund

Ausgewachsene Hunde, die keinen erhöhten Nährstoffbedarf benötigen (Trächtigkeit, Laktation, hohe Aktivität, Krankheiten), sind in der sogenannten Erhaltungsphase. In dieser Phase muss dem Tier nur die Menge an Energie in Form eines vollständigen, ausgewogenen Futters zugeführt werden, die es zur Aufrechterhaltung der normalen Körperfunktionen benötigt. Ausgewachsenen Hunde sollten ein hochwertiges Futter erhalten, was speziell für die Aufrechterhaltung des Erhaltungsstoffwechsels produziert wird und zur Erhaltung einer optimalen Gesundheit, eines idealen Körpergewichts und individueller Fitness beiträgt. Viele gute Futtermittelfirmen haben ihre einzelnen Produkte auf die jeweiligen Bedürfnisse kleiner, mittelgroßer und großer Hunde abgestimmt, um eine optimale Ernährung zu sichern. Ausgewachsene Hunde können mit Feucht-, Halbfeucht- oder Trockenfuttermittel ernährt werden.

Hunde, die sehr aktiv sind und auch körperlich gefordert werden (Jagden, Dummytraining, Agility, usw.) brauchen eventuell ein Leistungsfutter, um den Energiebedarf zu decken! Auch hier gibt es von verschiedenen Herstellern die richtige Futtersorte!