Bewegung im ersten Lebensjahr


Der Labrador wird ein relativ großer, schwerer Hund. Deshalb ist er auch gefährdet, diverse Hüft- und Schultererkrankungen zu bekommen. Im ersten Lebensjahr ist es wichtig den Welpen und auch Junghund körperlich nicht zu überfordern! Dies geschieht jedoch schneller, als die meisten denken!

Es gilt die Faustregel: 5 Minuten Bewegung (Spaziergang mit Erlebnisausflügen) pro Lebensmonat einmal pro Tag! Die notwendigen kleinen Gassirunden - sollen auch sehr klein gehalten werden (mehrmals am Tag ein paar Minuten)

  • 3 Monaten - 15 Min. spazieren/am Tag/in einem Stück
  • 4 Monaten - 20 Min. spazieren/am Tag/in einem Stück
  • 5 Monaten - 25 Min. spazieren/am Tag/in einem Stück
  • usw.

Im ersten Lebensjahr soll der Welpe sich bewegen, nicht Sie sollen den Welpen bewegen. Ab einem Jahr kann man schön langsam Kondition aufbauen und den Hund voll belasten! Gerade im Sommer kann man sich mit einer Liege oder Decke an einen See, Teich oder Bach legen und den Kleinen die große Welt erkunden lassen! Hier ist die Gefahr, den Welpen zu überanstrengen, gering. Lassen Sie den Welpen von sich aus ins Wasser gehen und lassen Sie auch den Kleinen sich selbst beschäftigen! Hier kann der Welpe selbst entscheiden, sich zu bewegen oder sich zu Ihnen auf die Decke zu legen!

Man bedenke: Ein Wolfswelpe bleibt in den ersten Monaten ganz in der Nähe vom schützenden Bau, ab einem halben Jahr beobachtet er die erwachsenen Wölfe bei einer nahegelegenen Jagd und ab einem Jahr geht das Jungtier mit auf die Jagd! Auch mit einem Menschenbaby kann man es vergleichen: mit einem 2jährigem Kind werden auch keine stundenlangen Ausflüge unternommen, weil die Knochen und die Gelenke kaputt werden und das Kleinkind sehr schnell erschöpft ist!

Der Welpe oder auch Junghund kann nicht selbst entscheiden, ob er jetzt genug hat oder nicht, er muss Ihnen folgen und nachlaufen, denn ohne Sie würde er verhungern! Deshalb wird er Ihnen immer nachlaufen!

Im Garten kann der Kleine so lange toben wie er möchte - Sie sollten den Kleinen jedoch nicht motivieren. Der Garten ist sozusagen sein zu Hause und er kann jederzeit umfallen und schlafen und muss Ihnen nicht nachlaufen!

Wenn es die Witterung zulässt, dann lassen Sie den Welpen bzw. Junghund schwimmen (erst nach der Grundimmunisierung). Dies kann er machen, so lange und so viel er will, denn schwimmen baut Muskeln auf und ist absolut knochenschonend!

 

Keine Wurfspiele!

Beim Balli spielen oder sonstigen Wurfspielen, werden die Gelenke extrem belastet und sind daher im ersten Lebenjahr eher zu vermeiden. Um den Hund vom Kopf her müde zu bekommen, sind Denkspielchen, Suchspiele und ruhige Apportierspielchen zu empfehlen. Das extreme Stoppen, bei geworfenem Spielzeug ist absolutes Gift!

 

Prägung

Vergessen Sie jedoch nicht den Welpen zu prägen! Am Besten rein ins Auto und in die Stadt fahren, einen kleinen Stadtbummel machen. Ein anderes Mal in ein schönes Gelände mit hohem Gras und Wasser. Busfahrten, Strassenbahnfahrten, einfach alles dem Welpen einmal zeigen, damit er sich später vor nichts fürchtet! Die Prägephase ist bis zur 16. Lebenswoche und bis dort hin soll der Welpe schon sehr viel erlebt haben!

 

Stiegen und Auto

Im ersten Lebensjahr ist es ebenfalls wichtig, den Welpen bzw. Junghund keine Stiegen steigen zu lassen (weder hinauf noch hinunter) und weder alleine aus dem Auto aus, noch einsteigen. Beim Stiegensteigen und Autoaus- bzw. einstieg werden die Gelenke des Welpen bzw. des Junghundes extrem beansprucht und es ist dringlichst zu vermeiden, damit er gesund heranwächst! Wenn Sie also ein Haus oder auch eine Wohnung mit Stiegen haben, müssen Sie besonders darauf achten, dass der junge Hund, diese Stiegen nicht unbedingt steigen muss!

Tragen Sie den Welpen so lange wie möglich und wird er dann doch mal zu schwer, dann leinen Sie den Hund beim Stiegen steigen an!

 

Wichtig im ersten Lebensjahr

Nicht überanstrengen - keine langen Spaziergänge

Keine Stiegen steigen lassen - weder hinauf noch hinunter

Aus und in das Auto heben

Nicht mit großen schweren Hunden spielen lassen

Ständiges Auf-und Ablaufen von Böschungen vermeiden

Ab der 8. Lebenswoche Erwachsenenfutter zufüttern

Welpen- oder Juniorfutter nicht bis zu 18 Monaten füttern (siehe Futter)

Keine Wurfspiele, sondern eher Kopfarbeit zur Schonung der Gelenke