seminare 2018


16. - 18.03.2018, Trainingswochenende mit Jörg Brach

Für unser zweites Seminar ging es wieder einmal nach Deutschland. Ein Wochenende mit Jörg Brach stand am Programm - Bisquit, Marie und Riley durften mich begleiten. Peaches machte einen Kurzurlaub bei meiner besten Freundin Claudia und Sohnemann Mumble.

 

Freitag ging es für Riley los:

Für die erste Übung wurde eine Memorystelle mit vier Dummies aufgebaut und die Zweierteams platzierten sich je an den unteren Ecken des Feldes. Es wurde abwechselnd voran geschickt - Riley war hier wieder unsicher und wir verkürzten die Distanz erstmal. 

Weiter ging es für uns alleine, wieder arbeiteten wir an die gleiche Memorystelle. Diesmal lagen drei Dummies, ich schickte zuerst aus der halben Distanz, um Sicherheit aufzubauen direkt voran, Jörg legte danach weitere vier Dummies für uns aus. Diesmal aus voller Distanz, mit jedem Voran verkürzten wir die Entfernung wieder und für das letzte Dummy versetzten wir uns zusätzlich an den linken Feldrand. Riley war nun schon sicherer und Jörg konnte sich ein Bild von unserem Problem machen. 

Um weiterhin an der Sicherheit zu arbeiten, blieben wir ohne Teampartner und arbeiteten auch bei der dritten Übung auf die bekannte Stelle. Fünf Dummies wurden ausgelegt. Das erste wurde aus voller Distanz geholt, für das zweite versetzten wir uns wieder nach links außen. Wir marschierten zurück zum Startpunkt und Riley durfte ein Mark vom BumperBoy arbeiten, danach ging es wieder mit einem Voran auf die Memorystelle. Die letzten beiden Dummies holten wir mit einmal rechts einweisen und einem weiteren schönen Voran nach Hause.

Bei der letzten Übung für den ersten Tag durfte Riley nochmal voll ran. Drei Dummies kamen an die Memorystelle, wir drehten uns und es fiel ein Bumpermark, welches wir direkt arbeiten durften. Wieder ein Mark, doch diesmal wurde Riley zuerst nach rechts auf die Memorystelle eingewiesen und das Mark wurde danach gearbeitet. Einmal voran auf die bekannte Stelle und einmal nach links eingewiesen, war Riley zurecht müde und durfte noch ein wenig mit den anderen Beiden rumalbern.

 

Auch am Samstag war die Schwarze dran. Diesmal arbeiteten wir im Team mit einem anderen Gespann und Riley war echt gut drauf, keine Unsicherheit war mehr zu sehen. 

Die bekannte Stelle vom Vortag wurde wieder genutzt, vier Dummies wurden ausgelegt, an den Ecken der gegenüberliegenden Seite wurden je zwei Stück platziert und wir schickten aus der Mitte dieses Dreiecks abwechselnd, bis jeder Hund von jeder Stelle einmal gepickt hat. Von den Ecken aus wurde dann noch ein langes Voran auf die alte Stelle gearbeitet. Alles Dummies waren reingeholt und wir legten nun noch je zwei Stück an die Eckpunkte. Die Hunde wurden in der Mitte dieser beider Stellen abgesetzt und je einmal links und rechts eingewiesen. Brav gemacht, feines kleines Hundekind.

Bei der zweiten Übung kamen die Ballmaschine und der BumperBoy zum Einsatz. Zwei Dummies wurden an der rechte Memoryecke ausgelegt und wir platzierten uns auf der eigentlichen Memorystelle am Ende des Feldes. Unser Teampartner wurde bei der mittleren Stelle neben der Ballmaschine abgesetzt und es fiel ein Mark mit dem BumperBoy, welches Riley direkt holen durfte.  Der zweite Hund musste dann im kleinen Gebiet suchen und Jörg löste nach einer gewissen Zeit die Maschine, sodass ein Ball fiel. Anschließend durfte Riley noch das Memory von rechts hinten arbeiten und die Plätze wurden getauscht. Sicher, ohne Diskussion und klasse markiert. Bei der kleinen Suche reagiert Riley extrem fein auf meine Körpersprache und hält schön das Gebiet - was will man mehr?!

Übung Nummer drei war für alle eine Einzelaufgabe. Wir standen bei der Ballmaschine, sodass die Hunde sehen konnten, wie ein Ball hinunterfällt und marschierten zum Ausgangspunkt am Ende der Wiese. Riley durfte zweimal mit einem schönen Voran je einen Ball apportieren. Ein weiteres Mal wurde voran geschickt, der Hund musste kurz suchen und wurde anschließend gestoppt - wenn ich eine Sache nicht wirklich trainiert habe, ist es das Stoppen, aber Riley knallt ihren Hintern auf den Boden, wie ein kleiner Soldat (geile Sache!) - hinten fiel nun ein Mark mit dem BumperBoy und wir mussten wieder nach rechts auf die Ecke schicken. Zurück zum Ausgangspunkt und Riley bekam ein neues Mark, um sie gleich über die Fallstelle der Bälle zu bringen und nicht erneut einweisen zu müssen. Punktgenau markiert und sicher rausgegangen, ein Wahnsinn wie schnell man Erfolge sehen kann, wenn der Hund klipp und klar versteht, was man von ihm möchte.

Die vorletzte Übung durften wir wieder gemeinsam lösen. Jeder Hund durfte zu Beginn drei Dummies von den in einer Linie liegenden Memorystellen holen, anschließend fiel links hinter den ausgearbeiteten Stellen ein Mark und rechts hinten ein Schuss für ein Blind. Der erste Hunde arbeitete zuerst das Mark und dann das Blind, ich schickte Riley direkt hinterher und hier war sie - durch meine eigene Unsicherheit - auch wieder zögerlich und wir mussten die Distanz ganz schön verkürzen. Das Mark, welches sie direkt arbeiten durfte, hat sie aber wieder punktgenau gelöst. 

Zum Abschluss für Riley's Wochenende wurden nochmals drei Dummies an der ersten Memorystelle ausgelegt, wir drehten uns um 180 Grad und es fiel ein Mark, welches direkt geholt wurde. Wieder zur Memorystelle gedreht wurde Riley zweimal hintereinander direkt dorthin geschickt. Wir drehten wieder, es fiel ein weiteres Mark, doch jetzt wurde zuerst das letzte Memory geholt und dann erst der letzte Bumperdummy. Was soll ich sagen, als hätte sie gewusst, dass sie nun nochmal alles geben muss, hat Riley extreme Sicherheit gezeigt und ist wie eine kleine Dampflock zu beiden Stellen, das Mark punktgenau am Schirm gehabt und kam mit Vollgas wieder rein. Perfekter ging der Abschluss wirklich nicht mehr.

 

Damit Bisquit sich nicht unwichtig fühlte, durfte sie am Sonntag mit den Open-Hunden trainieren. Warm eingepackt, weil wir über Nacht Schnee bekamen, ging es los. 

An vier Baumgruppen wurden je drei Dummies ausgelegt und die Zweierteams schickten abwechselnd voran, sodass jeder Hund einmal bei jeder Stelle war. Je ein Dummy war übrig und die Hunde wurden jetzt abwechselnd einmal links back und einmal rechts back geschickt, bis alles Dummies reingeholt waren. Wir durften diese Übung zweimal machen, da wir eine ungerade Teilnehmerzahl hatten und Bisquit beim ersten Durchgang ein wenig andere Vorstellungen von einer geraden Linie hatte :-)

Weiter ging es mit zwei Markierungen in eine Area, jeder Hund durfte eines picken. Bisquit bekam ein weiteres Mark, der zweite Hund wurde anschließend rechts back über die Fallstelle auf die von uns aus weitest entfernte Memorystelle geschickt und dann nochmal mit einem normalen Voran.

Die dritte Übung hat Bisquit glaube ich am meisten Spaß gemacht, da konnte sie beweisen, wie gut sie das Lining eigentlich drauf hat. An der hintersten Memorystelle lagen nach wie vor Dummies. Wir platzierten uns ungefähr 120 Meter entfernt an einer kleinen Buschformation und Jörg warf in der gleichen Linie ein kurzes und ein langes Mark, zusätzlichen lag zwischen diesen beiden Stellen ein kleiner Schotterweg. Der erste Hund holte das kurze Mark, der zweite Hund das längere und Hund Nummer eins wurde auf die Memorystelle nach hinten über die beiden Fallstellen und den Weg geschickt. Die Reihenfolge wurde getauscht und die Übung wiederholt. Zum Abschluss wurde jeder Hund noch einmal über die komplette Distanz nach hinten voran geschickt. Bisquit lässt sich am Rückweg mittlerweile relativ viel Zeit und trödelt ein wenig herum, beim Vorbeilaufen wird Jörg angeflirtet, aber im Großen und Ganzen kann ich einfach nur zufrieden sein mit meiner alten Dame.

Die nächste Übung war eine Steigerung der vorhergehenden. Zwei Dummies lagen ganz hinten, zwei Blinds wurden links von der längeren Markierung bei einer Buschreihe ausgelegt. Wieder wurde ein kurzes und ein langes Mark geworfen. Der erste Hund holte das kurze Mark, der zweite das längere. Dann wurde der erste Hund wieder geschickt und an der Stelle vom längeren Mark gestoppt und nach links eingewiesen. Der zweite Hund wurde nach hinten durchgeschickt und die Plätze wurden für eine Wiederholung getauscht. Beim links einweisen hatten Bisquit und ich eine kurze Diskussion was denn "out" und "back" bedeuten und ich konnte sie am Ende doch davon überzeugen, links rüber zu laufen. Ein wenig altersstarrsinnig ist Madame nun also wirklich..

Bei der letzten Übung hat Bisquit aber wieder alles richtig gemacht. Wieder lagen zwei lange Memories und Jörg veranstaltete ein kleines Treiben an der Stelle der kurzen Markierung der vorigen Übung. Drei Dummies lagen am Ende und wurden vom ersten Hund alle hintereinander eingesammelt, sodass der zweite Hund auf das Memory geschickt werden konnte. Wieder wurden die Plätze getauscht und jeder Hund arbeitete jede Stelle aus. Nur beim letzten Dummy aus dem Treiben meinte Bisquit, das Dummy direkt Jörg bringen zu müssen und verstand die Welt wohl nicht mehr, als sie dann doch noch zu mir nach hinten marschieren musste.

 

Auch Marie durfte in den Pausen natürlich ein wenig apportieren, toben und rennen. 

 

Es war ein rundum gelungenes Wochenende, ich bin superzufrieden mit den Leistungen meiner Mädels. 

 

Vielen Dank an Michaela für die Organisation und die Gastfreundschaft, dass wir dein Gästezimmer nutzen durften! 

Natürlich auch ein riesiges Danke an Jörg, der jedes Mal einen neuen Tipp hat, sich unserer Probleme annimmt und nicht aufhört, bis er einen passenden Lösungsvorschlag für uns hat - das macht einen Top-Trainer aus und deswegen besuche ich seine Seminare seit mittlerweile fast 11 Jahren nach wie vor so gerne. 

 

Wir freuen uns jetzt schon wahnsinnig auf den Sommer und auf ein Wiedersehen mit so manchem Teilnehmer der Sigmaringen-Trilogie :-)


02. - 04.03.2018, Trainingswochenende mit Robert Daws

Unser erstes Seminar 2018 war wieder etwas Besonderes! Es ging nach Frankreich zum Kennel-Treffen der Fendale Labradors - kombiniert mit einem Trainingswochenende. Leider konnte Declan Boyle nicht kommen, er war eingeschneit und der Flug wurde gecancelt. Deswegen musste Didier vor Ort alles umdisponieren.

 

Donnerstag zu Mittag ging es los und wir hatten diesmal echt richtig Glück auf unserer Reise. Kein Verkehr, nur ein kurzer Stau aufgrund einer Baustelle und nach 10,5 Stunden Fahrt kamen wir kurz vor Mitternacht im Landhaus in Ecromagny an. Noch schnell die Mädels rausgelassen und gefüttert, warm eingepackt und sie schliefen glaube ich schnell ein. Ich plauderte noch ein wenig und es ging auch für mich ins Bett.

Freitag Vormittag war Riley in der Beginners-Gruppe eingeteilt, zusammen mit 5 anderen Hunden. Es gab Fußarbeit in der Line und Steadinessübungen. Leider waren 2 Rüden entzückt von Riley's Schwester, welche erst vor 2 Wochen mit der Läufigkeit fertig war und es herrschte doch ein wenig Chaos. Den Druck und die Korrekturen unmittelbar neben ihr hat Riley absolut nicht vertragen und ich habe sie aus der Gruppe genommen. Deswegen durften wir am Nachmittag mit den Open-Hunden trainieren. Riley war leider wegen der Vormittagseinheit noch immer verunsichert und ich musste sie ganz schön pushen, dass sie sich wieder traut. Sobald meine Kleine ihre Unsicherheit aber abgelegt hatte, hat sie toll gearbeitet. Markings und Memories aus der Line, an den anderen Hunden vorbei und über schwierige Geländeübergänge wurden ausgearbeitet und wir konnten den ersten Tag doch noch zufrieden abschließen. 

 

Samstag Vormittag nahm ich Marie mit in die Beginners-Gruppe. Dem wilden Ding ist nämlich ziemlich egal, was um sie herum passiert. Marie war besonders brav und hat sich große Mühe gegeben. Auch für meinen Wirbelwind waren die Markings und Memories in teilweise schwerem Gelände kein Problem und Marie hatte sichtlich Spaß daran, den jungen Labis zu zeigen wie es gemacht wird. 

Für Riley hieß es dann Einzeltraining - ich habe gemerkt, dass sie noch immer verunsichert war und habe beschlossen, mit ihr alleine ein paar Memories mit viel Spaß und Spiel zu arbeiten. Angefangen haben wir mit einfachen Dingen und ohne Geländeübergänge, bis ich gemerkt habe, dass das Feuer und der Tatendrang voll zurück sind. Am Ende war das Memory von der Wiese durch einen lichten Wald, einen Hang hinunter über eine Wiese und einen kleinen Bachlauf in den Wald gegenüber auf 120 Meter kein Problem und die Maus war mehr als müde und hat sich ihren Schlaf schwer verdient.

Den Nachmittag verbrachten wir in der Gruppe, Riley war wieder die Alte und hat alles toll mitgemacht. Wenn es mal nötig war, ließ sie sich gut stoppen und brav einweisen. Natürlich haben wir Luft nach oben, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Riley war in keiner Sekunde ungehorsam und immer bereit mit mir zusammen zu arbeiten - eigentlich zu sehr dazu bereit, jetzt muss die Selbstständigkeit in den kleinen Hund, mit einer großen Portion Selbstbewusstsein :-)

 

Sonntag Vormittag verbrachten wir dann auch endlich mit strahlendem Sonnenschein und konnten nochmals richtig Gas geben. Weite Distanzen, "beschossene" (eher von Robert beklatschte) Blinds, Markierungen und Memories wurden auf einem Rübenacker, im Wald und über mehrere Geländeübergänge ausgearbeitet. Das letzte Mark hat Riley klasse reingeholt - vom Acker über einen kleinen Hang mit Brombeeren und einen Weg auf das nächste Feld und rein ins sumpfige Altholz. Ein perfekter Abschluss für die schwarze Maus und am Nachmittag durfte sie sich ausschlafen. Eine weitere Einheit hätte aufgrund ihrer Müdigkeit keinen Sinn gemacht und deswegen durfte Bisquit mitkommen. 

Robert ließ sich für den Abschluss noch viel einfallen. Drei Hunde, drei Mädels und ein Trainer, der uns nochmal eine grandiose Trainingseinheit bieten wollte.

Wir begonnen gleich mal mit einem Vollblind aus dem Wald über ein Feld einen kleinen Hang hoch zu Jungbäumen und Brombeeren. Eine Linie, gepickt und retour - Bisquit war vom ersten Moment an einfach 110% da und hat bewiesen, dass sie mit 10,5 Jahren noch lange nicht daran denkt in Pension zu gehen. Die Markierungen waren weiter und gefinkelt, da macht Erfahrung einfach viel aus. 

Neben Blinds hat Robert kleine Handlingaufgaben eingebaut und die Hunde wurden jetzt noch einmal richtig gefordert. Bisquit hatte so einen Spaß und hat alles gegeben, meine Omma - ich hätte sie dort knutschen können, so stolz war ich auf sie. 

 

Es war ein sehr schönes Wochenende mit vielen bekannten, aber auch neuen Gesichtern. Tolle Stimmung, guter Wein, leckeres Essen... was will man mehr, wenn es mit dem Training auch klappt - die Startschwierigkeiten lassen wir außer Acht, Didier und Romy haben wieder einmal eine perfekte Organisation hingelegt und keine Mühen gescheut, wirklich alle zufrieden zu stellen. Vielen vielen Dank dafür!!

Robert hat mit seinen lustigen Anekdoten für einige Lacher gesorgt und wir hoffen, dass wir es nächstes Jahr wieder schaffen werden, dabei zu sein.

Es war genial, wie immer!

 

Fotos © Urusla Venetz